Der französische Heizungsverband Uniclima fordert gemeinsam mit 17 weiteren Branchenorganisationen ein sofortiges Treffen mit Premierminister und Wirtschaftsminister. Ziel: die angekündigte Aussetzung des staatlichen Förderprogramms MaPrimeRénov' zu verhindern – insbesondere für sogenannte Mono-Gestes, also einzelne Sanierungsmaßnahmen wie den Austausch einer Heizungsanlage.
Die Lobby-Allianz warnt vor massiven Auswirkungen auf die Branche. Betroffen wären vor allem Installateure, Hersteller von Wärmepumpen und Heiztechnik sowie Zulieferer. Das Programm MaPrimeRénov' hat seit seiner Einführung den Markt für energieeffiziente Heizsysteme in Frankreich stabilisiert und den Absatz von Wärmepumpen, Gas-Brennwertgeräten und anderen Technologien deutlich angekurbelt.
Die französische Regierung erwägt die Kürzung im Zuge von Haushaltskonsolidierungen. Gerade Einzelmaßnahmen – etwa der reine Heizungstausch ohne umfassende Gebäudesanierung – stehen auf dem Prüfstand. Uniclima argumentiert, dass solche Mono-Gestes für viele Eigentümer der einzig finanzierbare Schritt zur CO₂-Reduktion sind. Eine Förder-Pause würde Investitionsentscheidungen stoppen und den Klimapfad im Gebäudebereich gefährden.
Die Verbände verweisen auf bereits angekündigte Projekte, Auftragsbestände und Lieferketten, die von der Planungssicherheit des Programms abhängen. Auch Hersteller wie Atlantic, Saunier Duval und De Dietrich haben ihre Produktionskapazitäten in den vergangenen Jahren auf die stabile Nachfrage ausgerichtet. Ein abruptes Förder-Aus könnte Überkapazitäten und Personalabbau nach sich ziehen.
Die Forderung eines Krisengesprächs auf höchster Regierungsebene zeigt die Brisanz der Lage. Uniclima hatte zuletzt bei der Fachmesse Interclima 2024 noch optimistisch auf die Weiterentwicklung des Programms geblickt – unter anderem bei einem Auftritt von Ministerin Létard auf der Interclima.
Die 18 Verbände wollen nun gemeinsam Druck aufbauen, um zumindest eine Übergangslösung oder Fortführung der Mono-Geste-Förderung zu sichern. Ob die Regierung dem Appell folgt, ist offen. In Deutschland und Großbritannien haben vergleichbare Förderkürzungen – etwa bei der BEG-Förderung oder dem Boiler Upgrade Scheme – bereits zu Markteinbrüchen geführt. Die französische Heizungsbranche will dieses Szenario mit allen Mitteln verhindern.