Der italienische Fachverband ANGAISA hat mit seiner Initiative InnoTech die Einführung elektronischer Preislisten für die Heizungs-, Sanitär- und Klimatechnikbranche auf die Agenda gesetzt. Das Projekt „Listino elettronico" soll Hersteller und Händler bei der Digitalisierung ihrer Produktkataloge und Preisdaten unterstützen. Die Branche steht damit vor der Frage: Welche Unternehmen ziehen mit – und wer bleibt analog zurück?
Elektronische Preislisten versprechen schnellere Aktualisierungen, automatisierte Bestellprozesse und bessere Datentransparenz im B2B-Geschäft. Gerade bei komplexen Produkten wie Wärmepumpen, Kältemaschinen oder hydraulischen Komponenten kann die digitale Verfügbarkeit von Preisen und technischen Spezifikationen die Angebotserstellung im SHK-Handwerk beschleunigen. Großhändler und Hersteller, die bereits auf strukturierte Datensätze setzen, gewinnen an Wettbewerbsfähigkeit – vor allem gegenüber kleineren Anbietern, die noch auf PDF-Kataloge und manuelle Preispflege setzen.
Die Initiative reiht sich ein in eine breitere Digitalisierungswelle im Großhandel. Ähnlich wie bei der Automatisierung von Ausschreibungstexten oder der Integration von BIM-Daten geht es darum, Medienbrüche zwischen Herstellerkatalog, Großhandelssystem und Planungssoftware zu vermeiden. ANGAISA hat sich in den vergangenen Jahren bereits mit regionalen Strukturprojekten einen Namen gemacht – wie beim Ausbau regionaler Strukturen im Sanitärgroßhandel.
Unklar bleibt, wie viele der rund 500 bei ANGAISA organisierten Fachgroßhändler die elektronischen Preislisten tatsächlich implementieren. Branchenriesen wie Ariston Group, Vaillant Italia oder Daikin Italia verfügen bereits über strukturierte ERP-Anbindungen. Für kleine und mittelständische Hersteller erfordert die Umstellung jedoch Investitionen in Datenstandards und Schnittstellen. Die Frage lautet: Wird der Standard verpflichtend – oder bleibt er freiwillig und damit Flickwerk?
Wer jetzt auf digitale Preislisten setzt, verschafft sich Vorteile bei Einkäufern und Planern, die ihre Prozesse automatisieren. Wer zögert, riskiert im digitalen Wettbewerb an Sichtbarkeit zu verlieren.
